Mitspieloper "Hänsel und Gretel" am 17.7.12

Wer glaubt, Opern seien nur etwas für reife Damen und Herren, wurde an der Schule in Sulzbach-Laufen eines Besseren belehrt. Die spätromantische Mitmachoper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck aus dem Jahre 1890 begeisterte die 120 Schülerinnen und Schüler mit einer modernen Fassung in drei Akten. Spielerisch kamen die Kinder hier mit klassischer Musik in Berührung und entdeckten die Oper.

 

Ein krönender Abschluss des Unterrichtsthemas „Märchen“ und dem märchenhaften Schulfest war die Aufführung der „JO! Junge Oper“ aus Detmold, die während ihrer Sommertournee durch Baden-Württemberg in der Stephan-Keck-Halle gastierte. Deren Konzept, professionelles Musiktheater mit Spaß, Spielfreude und Lerneffekten anzubieten, ging voll auf.

 

Zahlreiche Schülerinnen und Schüler wurden als Schauspieler in das Stück integriert und um die Textstücke nicht zu lang werden zu lassen, hatten im Vorfeld gleich mehrere Kinder kurze Passagen als Hänsel, Gretel, Vater, Mutter oder böse Hexe einstudiert. In einem Opern-Workshop vor der Aufführung wurden die Rollen nochmals mit den drei angereisten Schauspielprofis besprochen und die lokalen Laienschauspieler entsprechend eingekleidet.

 

Nun ging der Vorhang auf. Die Arien und Duette wurden von den Opernprofis live zu eingespielter Musik gesungen, während die Kinder die humorvollen Dialoge aus dem bekannten Märchen der Gebrüder Grimm in kindgerechter, moderner Fassung sprachen und Hänsel und Gretel mit knurrendem Magen von Spaghetti, Pommes oder Pizza träumten. Schritt für Schritt führten die Sänger durch die Szenen. Immer wieder wurden alle Kinder nebst Publikum in das Stück eingebunden und sangen die bekannten Lieder wie „Brüderchen, komm tanz mit mir“, „Ein Männlein steht im Walde“, „Suse, liebe Suse“,…. Interaktiv wirkten unzählige von Waldengelchen, Taumännchen und Sandmännchen mit. Unter Anleitung der erfahrenen Schauspieler und Opernsänger wurden die Schüler der Klassen 1-4 selbst zu Protagonisten. Sie konnten ihrer natürlichen Freude am Spiel je nach Begabung freien Lauf lassen – sei es in kleinen, ausgewählten Dialogszenen, in stummen Rollen oder im Gesang. Als Solisten, in Gruppen oder alle zusammen. Alle waren am Zustandekommen des Stückes beteiligt und erlebten Oper nicht nur aus der Sicht des Zuschauers, sondern in erster Linie als Mitwirkende. Dieses Erlebnis war eine echte Bereicherung für die Kinder.